Trigeminusneuralgie

Meinungsaustausch
und Hilfe für
Betroffene



Anton Ravenstein





Im November 2010 wurde Anton Ravenstein zur Verleihung des Bundesverdienstordens vorgeschlagen.



Nachfolgend finden Sie meine Anregung zur Verleihung:


Herr Ravenstein hilft Menschen, die an einer Erkrankung des Trigeminusnerves leiden. Diese Schmerzen treten im Kopf eines Menschen auf und sind von äußerster Heftigkeit. Auf einer Schmerzskala von 0-10 liegen die Patienten hier meistens bei 10. Viele dieser Menschen werden zu Anfang meist verkehrt behandelt oder mit ihren Schmerzen nicht ernst genommen. Dann jedoch irgendwann einmal (dies kann Jahre dauern) versuchen diese Menschen über Trigeminus (wenn sie selbst daraufkommen) oder Trigeminusneuralgie (wenn bereits eine Diagnose gestellt wurde) im Internet nach Hilfe zu suchen.

Herr Ravenstein betreibt über viele Jahre eine Internetseite über Trigeminus. Dies nachdem seine Frau an dieser Neuralgie litt und sie erst durch viele Fegefeuer und Fehlbehandlungen gehen musste, bis ihr in der Neurochirurgischen Abteilung einer Klinik mit einer Operation im Kopf geholfen wurde. Dies war nur möglich durch den unermüdlichen Einsatz von Herrn Ravenstein, der sich nicht mit den Fehldiagnosen der Ärzte abfinden wollte. Seitdem ist seine Frau schmerzfrei.

Herr Ravenstein war zutiefst betroffen über die Unwissenheit vieler Ärzte, was die Trigeminusneuralgie betrifft. So startete er im Jahr 2004 seine Internetseite (diese liegt bei Google unter den ersten zehn, wenn man Trigeminus eingibt).

So viel zur Vorgeschichte.

Wenn sich Betroffene bei ihm melden, oft über mail oder über sein Gästebuch, kümmert er sich um sie. Herr Ravenstein hat Erfahrungen gesammelt über die verschiedensten Kliniken und kennt viele Ärzte, oft durch persönliche oder telefonische Kontakte. Er weiß dadurch, welche Kliniken jene Operation im Gehirn erfolgreich durchführen können (und welche weniger). Er telefoniert mit den Betroffenen oft sehr lange und rät ihnen ggf. in einer von ihm empfohlenen Klinik vorzusprechen. Er betreut sie vor und nach der Operation, manchmal auch im Krankenhaus, da er gute Kontakte zu einigen Ärzten hat. Hier ist besonders Dr. Ulrich in Offenbach hervorzuheben.

Herr Ravenstein kann so pro Monat vielen Betroffenen helfen und diese wieder in ein lebenswertes Leben zurückführen.

Er tut dies 100 % ehrenamtlich ohne je eine Aufwanderschädigung erhalten zu haben. Ich kann sagen, er ist besessen von dem Willen Menschen mit Trigeminusschmerzen zu helfen, damit diese nicht so lange unnötig leiden müssen wie seine Frau.

Beurteilen kann ich dies, da ich auch eine Internetseite über Trigeminusneuralgie betreibe, nachdem ich an der Trigeminusneuralgie über zehn Jahre litt und niemals richtig behandelt wurde, bevor man in der Neurologischen Abteilung eines Krankenhauses die Diagnose Trigeminusneuralgie stellte. Auch danach wurde ich mit Medikamenten vollgestopft, was alles noch viel länger hinauszögerte bis zur Operation. Auch mit den hochdosierten Medikamenten war das auf Dauer kein Leben mehr. Ich entschloß mich zur Operation. Ich kannte damals Herrn Ravenstein noch nicht, sonst hätte ich eine andere Klinik gewählt. Meine Operation wurde nicht 100 %ig ausgeführt.

So kamen wir über das Internet in Kontakt und arbeiten seither zusammen. Anfangs in hohem Maße – und auch heute noch – profitiere ich von seinen Erfahrungen.

Die einzigen "Ehrungen", die Herr Ravenstein erhalten hat, sind die Danksagungen "seiner" Patienten. Darüber kann man auf seiner Internet-Seite lesen.

Ohne die Hilfe von Herrn Ravenstein wären viele Trigeminus-Betroffene verloren.

15.11.10, Joachim Reuter




Nachruf und Würdigung


Anton Ravenstein ist Jahrgang 1940 und verstarb plötzlich in der Nacht zum 16.12.2010.

Viele Jahre hat er unermüdlich und selbstlos Trigeminus-Patienten geholfen, sie telefonisch und auch persönlich betreut. So lange bis sie geheilt werden konnten.

Anton und ich arbeiteten über ein Jahr lang zusammen, betrieben unsere Internetseite paralell. Wir trafen uns einmal bei mir zu Hause in der Pfalz.

Um ihn angemessen zu würdigen, kam mir die Idee, hier mein Schreiben zur "Anregung zur Verleihung des Bundesverdienstordens" zu veröffentlichen.

Vielleicht gelingt es mir so darzustellen, welch großer Verlust der Tod von Anton Ravenstein für die TN-Betroffenen bedeutet, die noch an dieser Krankheit leiden und auf Hilfe warten.

Antons Sohn, Norbert Ravenstein, schrieb dazu kurz in einer mail am 27.12.10: "Ich danke Ihnen sehr für Ihren Nachruf - und die damit verbundene Ehrung meines Vaters."

Hier gelangen Sie zu seiner Web-Site, die jetzt von seinem Sohn Norbert betreut, aber leider nicht mehr aktualisiert wird. Auf Antons Internet-Seite möchte ich schon weiterhin einen Link setzen, um sein Andenken zu erhalten. Kaum jemand (außer den Betroffenen, denen er helfen konnte) kann sich vorstellen, mit welchem Herzblut Anton sich um die TN-Patienten gekümmert hat.



Zum Jahrestag von Antons Tod


Manchmal denke ich an Dich, Anton. Wieviel hätten wir beide noch auf dem Gebiet der Trigeminusneuralgie zusammen bewirken können! Schade, dass Deine Internet-Seite nicht mehr aktualisiert wird. Schade, dass ich mich auch nicht mit jedem, der eine Internet-Seite über TN betreibt, konform erklären kann. Zumal dort die windigsten Kommentare stehen bleiben.

Wie oft hast Du mir gesagt, ich traue mich nicht, meine Medikamente abzusetzen. Seit einiger Zeit nehme ich jetzt wirklich keine Medikamente mehr. Ich glaube, das hätte Dir gefallen.


Home | Leidenswege | Beiträge | Beitrag schreiben | Monatsbilder | Anton Ravenstein | Impressum