Trigeminusneuralgie

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Häufig gestellte Fragen:

...und die Antworten



Wie zeigen sich Trigeminusschmerzen?


Sie beginnen mit einem Zucken in der Wange, steigern sich bis zu einem stechenden Schmerz in der (meist) linken Gesichtshälfte, die letztlich bis in den Hinterkopf reichen und mit der Zeit unerträglich werden. Dazwischen gibt es schmerzfreie Phasen, die anfangs Monate betragen können, aber mit fortschreitendem Alter immer kürzer werden.
Auslöser sind: Kauen, Zähneputzen, Berühren der Wange, Getränke mit Kohlensäure, Kälte.


Verschwinden die Schmerzen von selbst irgendwann?


Nein. Sie werden mit zunehmenden Alter immer heftiger, wenn man nichts dagegen tut.


Was sind die Ursachen der Trigeminusneuralgie?


Die meiste Ursache (vielleicht 70% oder höher) der Schmerzen, ist ein Blutgefäß, das auf die Wurzel des Trigeminusnerves drückt. Diese Wurzel befindet sich im Kopf etwa hinter dem Ohr.
Multiple Sklerose kann ebenfalls die Schmerzen auslösen.
Daneben gibt es eine Trigeminusneuropathie, eine Glossopharyngeusneuralgie, eine Atlas-Fehlstellung im Halswirbelbereich oder eine Fehlstellung im Kiefergelenk. Erläutert habe ich das in diesem Kapitel in den Kästen rechts.


Welche Medikamente gibt es?


Die üblichen Schmerzmittel (z.B. Novalgin) helfen nicht. Man nimmt Antiepileptika. Carbamazepin ist hierbei die erste Wahl. Die Nebenwirkungen sind dabei sehr unterschiedlich, jeder verträgt diese Medikamente mehr oder weniger schlecht. Daneben gibt es Lyrica, Gabapentin u.a., die aber nicht bei jedem Patienten wirken.


Wie hoch kann ich die Medikamente dosieren?


Man steigert die Dosierung langsam bis die Schmerzen verschwinden oder erträglich werden. Dabei sind 1300 mg Carbamazepin und/oder 2000 mg Gabapentin möglich oder noch mehr. Man beobachtet dabei die Nebenwirkungen (z.B. Depressionen, Schlafbedürfnis, Leberwerte).
Die Medikamente niemals absetzen, auch wenn es ein Arzt empfiehlt. Zuerst sollten Sie in einer Neurochirurgischen Klinik gewesen sein, dann wird man weitersehen.


Was sagen die Leberwerte aus?


Hier beobachtet man vor allem Gamma-GT, GOT und GPT. Der Gamma-GT (Normalwerte bis 60) steigert sich im Laufe der Medikamenteneinnahme evtl. bis über 400 und noch höher. Wenn dabei die beiden anderen Leberwerte im normalen Bereich bleiben, ist ein Wert bis 300 evtl. noch akzeptabel. Aber darüber hinaus wird die Leber mehr oder weniger in Mitleidenschaft gezogen.
Daneben können sich die weißen Blutkörperchen verringern.


Mit welchen Nebenwirkungen der Medikamente muss man rechnen?


Alle Nebenwirkungen, die auf den Beipackzetteln stehen, treten im Laufe der Zeit 100%ig ein: Müdigkeit, Schädigung der Leber, Depressionen, Lustlosigkeit bis zur Impotenz, Konzentrationsschwierigkeiten (Autofahren kann unmöglich werden), Hautausschläge.


Wann muss ich in eine Klinik zur OP gehen?


In eine neurochirurgische Klinik sollte man gehen, wenn die Leberwerte zu schlecht werden oder durch die Nebenwirkungen der Medikamenteneinnahme die Lebensqualität sich zu sehr verschlechtert. Wenn man rechtzeitig die Diagnose "Trigeminusneuralgie" stellen konnte: Gehen Sie unverzüglich in die Neurochirurgie. Zögern Sie das nicht hinaus, auch wenn der Neurologe Sie nicht dorthin überweisen möchte. Gehen Sie dann zu einem anderen Arzt.


In welche Klinik soll ich gehen?


Sie müssen in die Neurochirurgie einer Klinik gehen. Suchen Sie sich diese genau aus. Nicht die nächste Klinik ist die Beste. Einen Neurochirurg, der sich keine Zeit für Sie nimmt, sollten Sie nicht akzeptieren. Fragen Sie bei mir an (über Beitrag schreiben) mit Angabe Ihres Wohnortes und einer möglich genauen Beschreibung Ihrer TN, die Art und Heftigkeit der Schmerzen, die Auslöser. Und ich werde mich bemühen Ihnen zu helfen. Es gibt Kliniken, die die Jannetta-OP beherrschen. Andere können dies weniger gut. Aber dabei ist immer zu beachten, dass Ärzte wechseln können, dass neue hinzukommen. Und was vor einem halben Jahr noch gut war, kann sich verändert haben. Letztendlich kann ich nur Empfehlungen geben, entscheiden müssen Sie selbst.


Wie kann man mir in einer Neurochirurgie helfen?


Drückt ein Blutgefäß auf die Nervwurzel, operiert man nach Jannetta. Der Schädel wird geöffnet und ein kleines Teflonkissen zwischen Blutgefäß und Nerv gelegt. Diese OP kann man wiederholen.
Weiterhin gibt es eine Thermokoagulation. Mit einer Hitzesonde unter örtlicher Betäubung werden einzelne Nervenfasern verödet. Auch diese Behandlung kann man wiederholen.
Radiologische Behandlung Gamma-Knife. Diese ist für mich noch fraglich. Je mehr man vorher operiert hat, um so schlimmer können die Auswirkungen sein, die Schmerzen können sich noch steigern.
Von einer Durchtrennung des Nerves ist man abgekommen. Die Schmerzen werden nur noch schlimmer. Diese OP ist nicht mehr rückgängig zu machen. Die Schmerzen bleiben endgültig.


Wie schnell kann ich nach einer OP die Medikamente absetzen?


Ist die OP nach Jannetta erfolgreich, sind die Schmerzen sofort verschwunden. Man kann die Medikamente innerhalb 4-6 Wochen absetzen und die Schmerzen treten nicht wieder auf. Aber das ist leider nicht bei allen Patienten so. Manchmal treten die Schmerzen während oder nach dem Absetzen erneut auf. Man muss dann wieder auf die frühere Dosierung zurückgehen und kann dann später nach und nach versuchen, die Medikamente erneut abzusetzen (1 Tablette pro Monat).
Bei einer Thermokoagulation dauert es länger, bis die Schmerzen zurückgehen, ganz weg sind, oder zumindest einigermaßen erträglich bleiben.


Können die Schmerzen wieder auftreten?
Was tue ich dann?


Hat man nicht richtig operiert oder aus welchen Gründen auch immer, können während oder nach dem Absetzen der Medikament die Schmerzen erneut mit gleicher Heftigkeit auftreten.
Gehen Sie dann zurück in die Neurochirurgie, wo Sie behandelt wurden, oder suchen Sie sich eine bessere Klinik.
Es kann sein, dass Sie die Medikamente erneut in gleicher Höhe wie früher dosieren müssen. Ein halbes Jahr später können Sie evtl. beginnen, die Tabletten langsam zu reduzieren: Eine Tablette pro Monat. Es kann sein, dass dann alles gut geht, oder Sie mit einer sehr geringen Dosierung weiterhin schmerzfrei leben können.
Nach einigen Jahren können die Schmerzen erneut auftreten. Dann kann man die OP wiederholen.






Ausführliche Erläuterungen zu all den oben angesprochenen Themen finden Sie in diesem Kapitel.




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