Trigeminusneuralgie

Meinungsaustausch
und Hilfe für
Betroffene


Der Leidensweg von Annelore Schneider


12.02.09
Auch ich kenne den Leidensweg der Trigeminusneuralgie. Bin jetzt 59 Jahre alt und habe dieses Problem seit 8 Jahren. Bis es erkannt wurde und nach vielen Arztbesuchen: Zahnarzt (dort ließ ich mir drei gesunde Zähne ziehen!!!), HNO- Arzt mit ca. 3 1/2 jähriger Akupunkturbehandlung (leider erfolglos), Neurologe mit Tablettenver- ordnung (Timonil - die mir nicht gut bekamen), habe ich all das durchgemacht, was ich auf Ihrer Seite von anderen Leidensgenossen las.
Inzwischen habe ich oft so starke Schmerzattacken von ca. 20 Min. und länger, dass ich nicht mehr weiß wie ich das aushalten soll - bin anschließend fast ohnächtig...
Deshalb habe ich mich nun doch zu einer OP in der Uni-Klinik Göttingen entschlossen und habe den Termin jetzt festgelegt. Aber nun kommt die Wahnsinnsangst davor, wie es ausgeht und ob ich die richtige Klinik wählte. Vielleicht kann mir jemand Mut machen? Es gibt ja auch sehr viel Negatives darüber zu lesen.

16.04.09:
Zum Verlauf meiner OP in Göttingen: Mir blieb keine andere Wahl mehr, als in eine OP einzuwilligen. Die Schmerzattacken kamen täglich und wurden immer heftiger (obwohl ich dachte, heftiger kann es nicht werden). Die letzten dauerten ca. 50 Minuten und ich hoffte immer, doch endlich ohnmächtig zu werden, da ich es nicht mehr aushielt. Selbst in der Klinik (am 14.2.09 ließ ich mich als Notfall einweisen) bekam ich diese Anfälle. Im Nachhinein kann ich sagen: Gott sei Dank, denn dadurch wurde meine OP vorgezogen und ich wurde am 16.02.09 nach der Janetta-Methode operiert (3 1/2 Std.), da eine Aterienschlaufe den Trigeminusnerv berührte. Ich war dann bis zum nächsten Tag mittags auf der Intensivstation und hatte starke Schmerzen, wusste nicht, ob ich im Bett liegen oder sitzen sollte, aber die anderen Schmerzattacken kamen nicht mehr. Danach fragten auch die Ärzte immer wieder. Ich bekam Schmerz-und für nachts Schlafmittel, aber die Narbe und Umgebung schmerzten nach wie vor. Die Narbe ist ca. 12 cm lang und war geklammert. Sie ist gut verheilt und auch sehr ordentlich. Inzwischen ist die OP gut 8 Wochen her. Ich war 5 Wochen arbeitsunfähig geschrieben und danach machte ich noch 1 Woche Urlaub auf Rügen. Seit über 2 Wochen arbeite ich wieder.

Vorgestern war ich zur Nachuntersuchung in Göttingen. Es wurde aber kein CT oder ähnliches gemacht. Der Arzt stellte nur Fragen nach meinem Befinden und ob die Schmerzattacken wieder kamen. Da ich dies verneinen konnte, sagte er: also die OP war ein Erfolg. Garantie kann man mir keine geben, aber zu 80 % bleibt es so. Meine linke Gesichtshälfte ist noch etwas taub und hin und wieder verspüre ich ein Kribbeln und Stechen, auch manchmal etwas Kopfschmerzen hier in diesen Bereichen. Das sei normal, erklärte mir der Arzt und das würde wahrscheinlich auch noch etwas länger andauern.

Wenn es dabei bleibt, bin ich zufrieden und froh, dass ich das alles überstanden habe. Ich hoffe sehr, dass die Schmerzattacken nicht mehr auftreten. Übrigens: Medikamente nehme ich nicht mehr - aber ich habe natürlich auch welche im Vorrat ....

Der Schnitt hinter dem linken Ohr ist ca. 12 cm lang und wurde nicht genäht, sondern mit Metallklammern getackert. Das Entfernen dieser Klammern nach 10 Tagen - meinen Entlassungstag aus der Klinik - war sehr schmerzhaft. Jetzt sieht die Narbe sehr gut aus. Insgesamt war ich 5 Wochen krankgeschrieben, danach hatte ich noch eine Woche Urlaub und seit dem 31.03. verrichte ich wieder meine ganz normale Bürotätigkeit.

Schmerzattacken hatte ich seit der OP Gott sei Dank keine mehr, nur das Taubheitsgefühl in der linken Kopfhälfte ist immer noch da. Auch im Narbenbereich habe ich oft ein eigenartiges Gefühl - also mehr gefühllos....
Aber man sagte mit bei der Nachuntersuchung in Göttingen am 14.04. das wäre alles normal - auch meine zeitweisen starken Nacken- beschwerden mit Bewegungsproblemen ... na, ja das ist ja nicht das Schlimmste. Auf meine Frage, ob diese Trig.Attacken nun für immer vorbei sind, konnte man mir keine 100 %ige Sicher- heit geben. Also glaube ich ganz fest dran, dass damit alles in Ordnung ist und der "Puffer" zwischen Nerv und Aterie gut hält. Ihnen wünsche ich ebenfalls alles Gute und verbleibe mit freundlichen Grüßen
PS. Medikamente nehme ich keine mehr, irgendwie hatte man mich in Göttingen darüber nicht richtig informiert......

22. Mai 2009, Annelore Schneider


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