Trigeminusneuralgie

Meinungsaustausch
und Hilfe für
Betroffene


Der Leidensweg von Martha Evers-Ringle


Meine TN begann vor ein paar Jahren urplötzlich während eines Einkaufs. Ich bekam leichte Schmerzen in der linken Wange durch einen Luftzug. Diese verschwanden aber wieder. Doch beim Frühstück schoß es mir blitzartig in die Zähne (oberkiefer links), dass mir Tränen in die Augen schossen. Ich dachte tatsächlich an eine Wurzelentzündung (hatte ich zuvor noch nie). Also ab zum Zahnarzt... der behandelte den Zahn,doch die Schmerzen blieben. Dann meldete sich ein Zahn im Unterkiefer. Wieder eine Behandlung mit einer Krone. Doch oh Schreck die Schmerzen blieben. Vermutung....vielleicht ist ja der Zahn daneben die Ursache. Also die nächste Wurzelbehandlung mit ca. 8 Sitzungen. Resultat... Schmerz blieb obwohl der Zahn im Anschluss gezogen wurde. Dies war mit Kosten verbunden, da nun eine Brücke nötig war und die Krone auch entfernt werden musste.

Nun ging ich zum Kieferchirug und der stellte eine CMD fest und ich bekam eine Aufbissschiene und manuelle Therapie.Doch die CMD wurde nicht besser und meine Schmerzen auch nicht. Ein Neurologe vermutete nun eine TN und ich erhielt Lyrica. Die Dosis wurde langsam gesteigert und endlich waren die Schmerzen erträglich. Zum Schluss nahm ich 600mg Lyrica und hatte noch ab und an leichte Schmerzen. Deshalb versuchte ich es noch mit Akupunktur. Danach hatte ich ca.4 Mon. keine Schmerzen und dachte ich bin der Hölle entkommen. Seid 1 Mon. habe ich wieder Schmerzen und nun ist der 3 Nervenast auch betroffen. Also die ganze linke Gesichtshälfte. Die Attacken habe ich Tag und Nachts. Nehme nun Carbadura ( Wirkstoff Carbamazepin ) und es ist erträglicher

Dank Herrn Ravenstein möchte ich nun die OP durchführen lassen. Auch Ihnen herzlichen Dank für Ihre Seite. Es tut gut zu wissen man ist nicht alleine. Grüße an alle die mit dieser Erkrankung leben und ich wünsche Ihnen allen viel Kraft für die Zukunft.

08.11.10, Martha Evers-Ringle


Am 14.1 war der Termin zur Aufnahme und Untersuchung in Offenbach. Als ich dort ankam wäre ich am liebsten wieder nach Hause. Es lief alles sehr chaotisch ab und die wenigen Untersuchungen dauerten bis 18 Uhr. Deshalb fuhr ich übers Wochenende wieder nach Hause und kam Sonntagsabend wieder in die Klinik. Was mich am meisten schockte war das 4 Bett Zimmer und ich äusserte den Wunsch nach einem 2 Bett Zimmer. Da ja die OP geplant war, wunderte es mich, das man eine Schädel OP Patientin in ein 4 Bett Zimmer steckte. Ich kritisierte dies auch bei den Ärztinnen, zumal ich neben einer Durchfallinkontineten lag ( Geruch war unzumutbar und ich hatte Angst vor einer Infektion).

Ich sagte dies Dr.Ulrich und er versprach mir nach der OP ein anderes Zimmer. Doch als ich von der Intensiv kam schoben sie mich wieder in das 4 Bett Zimmer neben diese Dame. Die Ärztinnen veranlassten das wieder. Ich wehrte mich, trotz meiner Schmerzen und Übelkeit.Ich sagte, dass Dr. Ulrich mir versprochen hatte ein 2 Bett Zimmer zu bekommen. Nach 3 Stunden im Gang liegen schoben sie mich endlich in ein Bett Zimmer. Zum Glück wehrte ich mich so heftig, denn diese Dame mit Durchfall wurde 1 Tag später in ein Isolierzimmer verlegt da Sie ansteckend war.Auch schlief ich auf der Intensiv nicht ,da neben mir ein Patient lag der wegen Alkoholentzug nur schrie. Ich dagegen erbrach mich non stop wegen der Narkose.

Total am Ende weinte ich deshalb und kam mir vor wie ein Mensch zweiter Klasse bei manchen Ärztinnen. Es lief ziemlich viel schief und hat mich viel Kraft gekostet. Dies ätte nicht sein müssen zumal ich wegen den vielen Schmerzen eh angeschlagen war. Schade, dass Dr. Ulrich die letzten Tage nicht da war damit ich Ihm einiges sagen konnte. ür mich war er der einzige der noch menschlich ist. Nur wegen Ihm bin ich ja in diese Klinik und Ihm habe ich es zu verdanken, dass die Schmerzen nachgelassen haben. Ich hoffe, dass sie irgendwann ganz weg sind.

Er und Frau Michels sind für mich irgendwie Strohhalme gewesen in dieser schweren Zeit. Frau Michels hat mich einen Tag vor der Entlassung aufgefangen als eine Ärztin mir durch eine unmenschliche Äusserung sehr weh tat. Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder in diese Klinik gehen würde. Zu viel ist dort passiert, dies ist nur ein kleiner Teil von dem Geschehen.

01.02.11, Martha Evers-Ringle






Werde mit Dr. Ulrich Freitag telefonieren, da ich noch Fragen wegen der OP habe. Habe noch leichte Schmerzen an der Wunde hinter dem Ohr. Weiß nicht ob dies normal ist. Am 31. März habe ich Kontrolltermin Fr. Michels hat mir sogar einen früheren Termin angeboten. Meine Attacken sind in den letzten Tagen vermehrt aufgetreten. Hatte auch vermehrt Stress, denke daran liegt es bestimmt.

22.02.11, Martha Evers-Ringle


Ich war am 31. März in Offenbach. Da es mir mittlerweile sehr gut geht, verlief der Besuch kurz und bündig. Ich habe nun auch die Tabletten ganz abgesetzt (von mir aus) und hatte seidher auch keine Attacken mehr. Ich fühle mich wie ein neuer Mensch und bin Anton (Ravenstein, Anm. s.u.) und Dr.Ulrich so unendlich dankbar. Nun hoffe ich, dass ich den Trigeminusschmerz für immer los habe. Dr.Ulrich meint, es könnte in ein paar Jahren wieder anfangen. Dann könnte man es aber wieder operieren. Doch daran denke ich jetzt lieber nicht.

Es grüßt Sie ganz herzlich aus Talheim

11.04.11, Martha Evers-Ringle

Lange Zeit habe ich nun nichts mehr von mir hören lassen. Doch ich war neugierig wie es anderen Betroffenen nun ergeht, deshalb schaute ich mal wieder auf Ihre Seite. Natürlich auch um Ihnen mitzuteilen wie es mir ergangen ist.

Leider nehme ich seid Sept.11 wieder regelmässig carbadura. Sie können sich gar nicht vorstellen ( wahrscheinlich doch) wie ich erschrak als die Schmerzen wieder kamen. Ich hatte panische Angst das sie wieder unerträglich werden. Ich dachte...oh,nein...wenn es wieder so wird wie vor der OP dann möchte ich nicht mehr leben. Den oder die Auslöser kenne ich nun. Im Juni ging ich zu meinem Kieferchirug der mir eine neue Bissschiene anpasste. Habe leider eine Kiefergelenkarthrose mit Fehlstellung. Mein Kieferchirug weiß von meiner Trigeminusneuralgie und legt großen Wert deshalb darauf, das mit meinen Zähnen alles stimmt. Sobald an meinen Zähnen das geringste verändert wird, verpasst er mir deshalb eine neue Schiene.

Leider löste sich im Sept. eine Krone von mir und ich ging zum Zahnarzt. Als ich diesen dann hinwies das ich das Gefühl habe die Krone wäre zu hoch, winkte er ab und meinte das würde ich nur meinen. Nach 2 Wochen fingen meine Trigeminusschmerzen wieder an. Ich ging zu einer anderen Zahnärztin und erzählte ihr meine Geschichte. Sie schlug regelrecht die Hände über dem Kopf zusammen. Die Krone war viel zu hoch und der ganze Biss stimmte nicht mehr. Die Schiene passte natürlich auch nicht mehr. Sie musste die anderen Zähne so gut es ging abschleifen da die Krone ja fest saß. Danach sagte Sie das so etwas eine neue Attacke auslöst. In Zukunft soll ich mich vehement wehren wenn ein Zahnarzt der Meinung ist er würde besser wissen ob meine Zähne von der Höhe richtig wären beim abschleifen.

Für jeden Trigeminuspatient ist ein guter Zahnarzt sehr,sehr wichtig !! Seither nehme ich nun wieder carbadura retard 400mg morgens und abends. Ich habe Angst es wieder zu reduzieren. Zum Glück war ich als die Attacken so heftig waren in der Reha und wurde von einem guten Neurologen betreut.

03.02.12, Martha Evers-Ringle




Kommentar


Achten Sie bei diesen Beitrag immer auch auf meine Kommentare neben den Texten.






















Hallo Martha,
das tut mir sehr leid, dass das so gelaufen ist.
Auf der Intensivstation war bei mir auch die ganze Nacht leben, das war auch schlimm. Nach einer Narkose kann es einem schlecht sein. Aber der Rest, was Sie schreiben ist einfach untragbar. Ich werde deswegen morgen nachmittag oder donnerstag früh Frau Michels anrufen, was da zu tun ist. Wenn Sie einverstanden sind, werde ich ihren Text an Dr. Ulrich schicken. Oder ich kann auch meine eigenen Worte für Dr. Ulrich suchen. Wenn Sie diesem zustimmen möchten, schicken Sie mir das vielleicht noch heute Abend und auch sonst Ihre Meinung dazu.

Und schreiben Sie mir bitte, was Sie jetzt noch für Schmerzen haben. Haben Sie irgendwann noch einen Termin bei Dr. Ulrich?
Trotz allem, einen lieben Gruß an Sie. Joachim.


Daraufhin schickte mir Martha noch ein sehr ausführliches mail über die Vorfälle im Krankenhaus bei den Visiten aus ihrer Sicht, das ich hier nicht veröffentlichen möchte, da auch viele Namen genannt werden.
Nach einem Telefongespräch mit Frau Michels relativierte sich das alles ein wenig. Frau Michels war einverstanden, dass ich ihr die mails von Martha schickte zur Weiterleitung an Dr. Ulrich. Später erfuhr ich, dass diese mails beim Qualitätsmanagement im Krankenhaus besprochen wurden.











So hat sich letztendlich erst einmal alles zum Guten gewendet.
Aber so kann auch die beste Operation durch widrige Umstände auf der Station - was in diesem Fall nicht an der Betreuung durch die Schwestern lag, diese hat Martha ausdrücklich gelobt - sondern durch Unstimmigkeiten bei den Visiten durch andere Ärzte, da Dr. Ulrich zu dieser Zeit leider außer Haus sein musste.

Trotz allem ist dies das erste mal, dass ein Betroffener in der Offenbacher Klinik nicht immer gut betreut wurde. Aber man sieht auch, wenn man die entsprechenden mails weiterleitet, kann man auch über das Internet zu Verbesserungen beisteuern.



Ein Rückfall kam dann ein Jahr später aus einem anderen Grund.





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